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Do, 31.10.2019 | BC12i | Antifaschistische Expert*innenrunde: Du schöner Hund

Völkischer Frühling als Klimakiller. Alltag und Perspektiven politischer Praxis. Eine antifaschistische Expert*innenrunde mit Gästen aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

Durch das Bild einer aus den Fugen geratenen Ordnung eilt derzeit eine Partei, die mit dem Versprechen antritt, die Ordnung wieder herzustellen und den mit ihr verbundenen Geltungsansprüchen, Mythen, Märchen und gefühlten Wahrheiten Gültigkeit zu verschaffen.

Sie erzählt die Geschichte der verletzten Würde: zum Beispiel der Würde der Männer, der Fahrer von Dieselautos, der Steuerzahler, der Deutschen, des Volkes. Die jeweils adressierten „Opfergruppen“ variieren je nach Situation und Bedarf. Muster und Botschaft sind aber immer gleich: Die bedrohte Mehrheit muss sich gegen freche oder fremde Minderheiten verteidigen.

Mit diesem Programm punktet die AfD vor allem in den östlichen Bundesländern. Über die Jahrzehnte ist dort eine besondere Mischung aus Subalternisierung, Frust, Regionalismus und ‚gesundem Volksempfinden‘ entstanden, die auch bei den zahlreichen West-Importen der Partei Begehrlichkeiten weckt. Als Resonanzraum und als eigenständiges Problem kommen etablierte Nazi-Strukturen und rechte Alltagskulturen hinzu, an die man sich vielfach schon gewöhnt hat.

Wie man es im Gesamten auch nennen mag, „rechter Konsens“, „Faschisierung“, „völkischer Frühling“ oder anders: die Strategie der politischen Ächtung funktioniert unter solchen Bedingungen zum Teil nicht einmal mehr gegenüber offensichtlichen Nazis. Der Raum für emanzipatorische und solidarische Vorstellungen und Praktiken verengt sich, an manchen Orten ist vielleicht sogar schon das Licht ausgegangen.  

Zugleich hilft die Strategie der Externalisierung als „Ost-Problem“ politisch nicht weiter. Die Rede vom Sonderfall unterschlägt, dass es sich auch um ein Experimentierfeld handelt, dessen Ausläufer ebenso „im Westen“ zu beobachten sind. Und je einheitlicher das Bild, desto mehr geraten die Details aus dem Blick, an denen sich erkennen lässt, was los ist, was auf uns zukommt und was gegen diese Entwicklung ausgerichtet werden kann.

Mit wem und was haben wir es eigentlich zu tun? Welche politischen und kulturellen Verschiebungen und Normalisierungen lassen sich beobachten? Welchen Angriffen sind zum Beispiel Jugendarbeit und Kulturbetrieb ausgesetzt? Wie geht man mit diesen Angriffen um und wer sind dabei Bündnispartner*innen?

Über solche und weitere Details und Erfahrungen wollen wir mit Gästen aus Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sprechen, die sich in unterschiedlichen Bereichen antifaschistisch engagieren.

Einlass 19:30 Uhr/ Beginn: 20 Uhr

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