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So, 03.05.2015 | Montage und Erinnerung. Ein Georges-Perec-Entdeckungsabend

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Seit einigen Jahren wird der französische Autor Georges Perec hierzulande wiederentdeckt. Lange war er vor allem für seine lustigen Sprachexperimente bekannt. Aber Perecs Werk kreist um seine Biografie und das Thema Erinnerung. Perec, 1936 als Sohn polnischer Juden in Frankreich geboren, überlebte die Nazi-Besatzung nur, weil er unter falscher Identität bei Verwandten aufwuchs. Sein Vater fiel im Kriege gegen die Deutschen, seine Mutter wurde in Auschwitz ermordet. In W oder die Kindheitserinnerung rekonstruiert Perec als Erwachsener zweierlei: zum einen die Geschichte seiner Familie, zum anderen eine grausame Phantasie, die ihn als Kind nicht losließ… Er erzählte und zeichnete die Geschichte von W, einer imaginären Insel, in der das ganze Leben einem brutalen Sport untergeordnet ist. Das Leben auf W erinnert ebenso an Gladiatorenkämpfe wie an den »Sport«, den die Häftlinge in den deutschen Konzentrationslagern ausüben mussten.

An dem Abend geben Thomas Ebermann und Olaf Kistenmacher einen Einblick in das Werk von Georges Perec, der 1967 in die Gruppe L‘ Ouvroir de Littérature Potentielle (Oulipo) aufgenommen wurde.

Im zweiten Teil stellen Denis Moschitto und Jörg Pohl (Thalia-Theater) einen Auszug aus W oder die Kindheitserinnerung als szenische Lesung vor. Mit etwas Glück wird das ganze Stück 2016 in Hamburg auf die Bühne kommen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Untüchtigen mit freundlicher Unterstützung der Kulturbehörde Hamburg. Eintritt 5,- €