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Fr, 21.11.2014 | Alexandra Senfft: Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte

Einlass 19.00 / Beginn 19.15

In Zusammenarbeit mit der KZ – Gedenkstätte Neuengamme.
Als ersten Teil dieser kleinen Reihe wird am 14. November um 20.00 Uhr im Golem Kino der Film „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß“ von Alexandra Senffts Vater, Malte Ludin, gezeigt.

Mittwoch 12. November 2014 // Kino: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß

Seit 1941 war Hanns Ludin Gesandter des nationalsozialistischen Deutschland in der Slowakei und dort unter anderem zuständig für die Deportation der slowakischen Juden. Nach Kriegsende zunächst auf der Flucht, stellte er sich später den Alliierten. Nach fast drei Jahren Haft wurde er zum Tode verurteilt und im Dezember 1947 in Bratislava in der Slowakei hingerichtet. Erika, die älteste Tochter Ludins, erreichte die Todesnachricht im Alter von 14 Jahren.

, 1961 geboren, ist Enkelin von Hanns und Tochter von Erika Ludin. In ihrem Buch „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte“ beschreibt sie das Leid ihrer Mutter, die an der Verdrängung bzw. Leugnung der Schuld des Vaters innerhalb der Familie Ludin und an ihrer Unfähigkeit, um ihn zu trauern, zerbrach. Und sie benennt die Folgen der Traumatisierung von Erika Ludin für ihr eigenes Leben. vermittelt so das Bild einer Familie, die hin- und hergerissen wird zwischen der Loyalität zum Ehemann und Vater als dem vermeintlich „guten Nazi“ und dem Wissen um seine Schuld. 2008 wurde das Buch mit dem deutschen Biographiepreis ausgezeichnet.

Alexandra Senfft wird Passagen aus ihrem Buch lesen. Im Gespräch mit Ulrike Jensen von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme werden dann die Auseinandersetzung mit Hanns Ludins Rolle im Nationalsozialismus innerhalb der eigenen Familie der Autorin, die Auseinandersetzung mit Täterschaft in der deutschen Nachkriegsgesellschaft sowie ihr Engagement in Dialoggruppen zwischen Angehörigen von TäterInnen und von NS-Verfolgten Thema sein.