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So, 02.03.2014 | Lukas Hohlfeld: Zur Geschichte der Pariser Kommune von 1871

Als Frankreich 1870 den Krieg gegen Preußen verlor, wurde im Zuge der inneren Destabilisierung des Landes zum dritten mal die Republik ausgerufen. Dem vorangegangen waren zahlreiche Streiks und Klassenkämpfe im ganzen Land, das gerade erst in der Industrialisierung begriffen war. Die bürgerliche Übergangsregierung wollte Paris sogleich den Preußen übergeben und ihm seine verwaltungsrechtliche Eigenständigkeit nehmen, sodass konservative Landstriche über eine moderne Metropole geherrscht hätten. Dies konnten und wollten die Pariser Arbeiterinnen und Arbeiter nicht hinnehmen – sie bewaffneten sich, riefen die Pariser Kommune aus, praktizierten die Selbstverwaltung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und forderten die soziale Republik. Die Kommune hatte drei Monate Bestand. Danach wurde sie in einem blutigen Massaker von der Versailler Bürgerregierung niedergeschlagen. Sie blieb ein Fanal für die junge revolutionäre Arbeiterbewegung.

Nicht einem vermeintlichen Fortschritt in die Zukunft anzuhängen, sondern die Vergangenheit zu rächen – dies ist, was Walter Benjamin als Imperativ revolutionären Geschichtsbewusstseins formuliert. Aus diesem Grund lohnt es, sich mit der Pariser Commune von 1871 zu beschäftigen und in ihr nach Unabgegoltenem zu suchen. Denn in dieser ersten großen proletarischen Erhebung kulminierten auch zahlreiche Momente der Moderne. Im Vortrag sollen die Ereignisse von 1871 (teils erzählerisch) rekonstruiert werden.

Lukas Holfeld lebt in Weimar und organisiert die Veranstaltungsreihe „Kunst, Spektakel und Revolution“. Er beschäftigt sich gern mit ästhetischer Theorie und der Geschichte der Arbeiterbewegung.

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