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So, 02.06.2013 | The owls are not what they seem. Kapitalismus und Kritik in der Krise

20.00 Uhr

Eine Veranstaltung der Gruppe Kritikmaximierung mit den (Berlin) und (Hamburg)

Das als quasi-naturwüchsig und unveränderlich akzeptierte geostrategische Gefüge wurde in den letzten Jahren nachhaltig erschüttert. Die 2007 eingestandene und seitdem andauernde Krise mag auf der deutschen Wohlstandsinsel im Großen und Ganzen noch nicht spürbar sein. Im restlichen Europa – vor allem in Griechenland, Zypern, Spanien, Italien und Portugal – sieht das völlig anders aus. Die Krise brachte Verarmung, Zwangsräumungen und den Zusammenbruch ganzer Gesundheits- und Sozialsysteme mit sich. Die deutsch-europäische Austeritätspolitik hat diesen Zustand nicht abgemildert, sondern im eigenen Standortinteresse noch verschärft. Etliche Regierungen wurden ausgetauscht, das ideologische und politische Koordinatensystem in vielen Staaten verschoben.

Die stattfindenden Massenproteste und Aufstände hatten und haben an diesen unruhigeren Zeiten einen bescheidenen Anteil. Ausgangspunkt dieser Kämpfe ist keine übergeordnete und sie miteinander verbindende Theorie. Einig sind sie sich lediglich in der diffusen Ablehnung der herrschenden Krisenpolitik. Die Proteste erweisen sich jedoch nicht als Teil der Lösung, sondern als Teil des Problems, wenn sie sich reformistisch oder regressiv artikulieren. Gemein ist ihnen eine »Kapitalismuskritik«, die sich nicht an einer tieferen Analyse der ökonomischen Zusammenhänge versucht und nicht die Krisenhaftigkeit des Kapitalismus selbst in den Blick bekommt.

Warum appellieren weite Teile der Linken im Zeichen der Krise an den Staat, anstatt dessen Abschaffung zu fordern? Warum haben faschistische Organisationen derzeit Hochkonjunktur in Europa? Wo liegt der Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Krise und Ideologie? Wie ist die Möglichkeit der aktuellen sozialen Kämpfe einzuschätzen, doch noch in ihrer Gänze die wirkliche Bewegung zu werden, die die jetzigen Zustände aufhebt?

Über diese Fragen wollen wir mit den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin), Vadim Riga (Hamburg) und Euch diskutieren.