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So, 13.04.2014 | Mark Fisher: Der kapitalistische Realismus und seine Gespenster

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In seinem Buch »Capitalist Realism« analysiert die Auswirkungen neoliberaler Politik und Kultur im postfordistischen Großbritannien. Unter »Kapitalistischer Realismus« versteht Fisher die dominante Ideologieform der Gegenwart: die Reduktion des Vorstellungsvermögens im Hinblick auf eine alternative Gesellschaftsform, ein tief sitzendes Gefühl von Alternativlosigkeit und dem Verlust der Zukunft. Fischer zeigt auf, wie dieser ideologische Komplex in so unterschiedlichen Bereichen wie der Erwachsenenbildung, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen, der Populärkultur oder in der Programmatik der Labour Party seine Spuren hinterlassen hat. »Capitalist Realism« wurde in Deutschland breit rezipiert, wobei er in seinem kürzlich erschienenen Buch »Ghosts Of My Life« diese politische Analyse und Kulturkritik nun fortsetzt. Unter Rückgriff auf Jacques Derridas Konzept der »Hauntologie« spürt Fisher die »Geister« eines untergegangenen »populären Modernismus« auf – Formen der Popkultur (Film, Popmusik, Literatur), die auf eine politisch fortschrittliche Zukunft verweisen. Diese setzt er der »depressiven Hedonie« einer neoliberalen Gegenwartskultur entgegen und fragt nach dem Potential für eine Re-Politisierung des Alltags.

Mark Fisher ist Dozent für Musikkultur, Medien und Kommunikation an der University of East London. Er publiziert u.a. in frieze, The Guardian, Sight & Sound, Film Quarterly, The Wire sowie auf seinem Blog k-punk. Mit seinem Buch »Capitalist Realism« (2009 Zer0 Books, dt. Ausgabe 2013, VSA-Verlag, 2. Auflage) analysierte er die Auswirkungen neoliberaler Politik und Kultur im postfordistischen Großbritannien. Sein neues Buch »Ghosts of my Life: Writings on Depression, Hauntology and Lost Futures« setzt diese Analyse fort

Dieser Abend findet im Rahmen der HEW Lesetage und mit der Unterstützung durch die Wochenzeitung Jungle World statt.